top of page

Woche 15 - Von Altencelle nach Burg

  • Leiya
  • 12. Apr. 2021
  • 3 Min. Lesezeit

Ich grüße euch. Hier ist einmal mehr euer Florin, der Teddy, irgendwo wo es nicht mehr weitergeht - wenn man ein Zug ist.

Und ich habe eine neue Tour für euch im Gepäck. Eine unglaublich interessante, aber auch stellenweise bedrückende Tour. Hier (Kartenmaterial dieses Mal wieder aus der komoot app):

Wir waren zwischen Alten- und Westercelle unterwegs, dieses Mal östlich der Fuhse .

8,85km 1 Std 55 Min 4,6 km/h


Beobachtete Tiere:

2 Katzen

1 Lerche (mit e! Die mit ä hat Nadeln und ist ein Baum!)

1 Rotschwänzchen

3 Störche

Mehrere Pferde

Specht beim Wohnungsbau

Viele Stare, Raben und die üblichen Stadtvögel


Zuerst ging es vom Friedhofsparkplatz ein Stück durch eine Siedlung und dann zur Umgehungsstraße, die wir dann unterquert haben.


Hier kann kein Zug mehr fahren ohne diverse Bäume umnieten zu müssen. Das hier - und auch die Schienen, auf denen ich auf dem ersten Bild sitze, gehören zu einer stillgelegten Strecke, die ich vor drei Wochen schon einmal kurz erwähnt hatte: Die Strecke der so genannten Allertalbahn zwischen Gifhorn Stadt und Celle. Die Strecke wurde 1913 in Betrieb genommen, und bis 1981 für den Personenverkehr betrieben. Güterzüge rollten noch bis 1993. Da ist Leiya in die Schule gekommen. Inzwischen sind die Gleise fast überall verschwunden. Ich weiß nicht, wieso sie hier noch liegen. Der Stahl der Schienen ist teuer!

Kätzchen! Vor ein paar Wochen waren die noch flauschig weich. Jetzt sind sie noppig! Der Frühling schreitet voran. Und es wird immer grüner!

Ein Storch! Ein Weißstorch, um genau zu sein. Es existieren ja auch Schwarzstörche. Der stakste eine ganze Weile neben uns her und hatte scheinbar keine Angst, dass wir ihm was tun könnten. So ein netter Teddy wie ich würde dem Herrn oder der Dame dort auch keine Feder krümmen!

Es war eher trübes Wetter, darum wollten diese Anemonen oder auch Buschwindröschen genannt nicht gänzlich aufblühen. Bei Sonne strecken sich die weißen Blüten immer weit geöffnet dem Licht entgegen und locken Insekten an. Sie blühen auf dem Waldboden kurz bevor die Bäume ihre Blätter kriegen. Blühen sie zu spät, gibt es kein Licht für sie. Sie gehören zu unseren Lieblings-Frühblühern.

Hier wollten wir hin. Dieser Krater mitten in der Landschaft. Was macht der hier? Ein Schild hat und Aufschluss gegeben: Es ist ein Burgwall aus dem 10. Jahrhundert. Ganz lange her! Da war noch nicht an die Fachwerkhäuser, oder das Schloss in der heutigen Innenstadt zu denken!

In dem Krater ließen sich noch die Umrisse von drei Häusern nachweisen: Eine Halle, ein Nebengebäude und ein Speicher für Lebensmittel.

Scheinbar floss damals die Fuhse nördlich des Walls lang und wurde später verlegt. Dadurch verlor die Burg aber auch ihre Bedeutung, als Hüter einer Flussquerung. Im Süden ist ein auch heute noch sichtbarer Graben, der die Anlagezusätzlich zum Wall schützte.

Der Heidedichter Hermann Löns - der wird uns sicher irgendwann noch einmal begegnen - hat den Wall als Vorbild für seinen Roman "Der Wehrwolf" genommen. Der Roman hat aber nichts mit Fabeltieren ähnlichen Namens zu tun. Aber es ist doch cool, noch über 2000 Jahre alte Reste der Besiedelung der Gegend zu finden!

Wer kennt die hier noch? Kleiner Tipp: Die entsprechende Tour war eine unserer aller ersten.

Hübsche Blüten an nem Nadelbaum? Da passt was nicht zusammen! Aber ne, da standen nur die beiden Bäume sehr nahe beieinander.

Huhuuuuuh!!!! Eine neugierige Eule hat uns beobachtet. Sie saß in einem Busch und dieser Busch war auf ein Trafohäuschen gemalt. Oder gesprayt? Jedenfalls niedlich, oder?

Dann ging es aber wieder raus aufs freie Feld. Komoot hat uns eine Gedenktafel mitten in einem Wäldchen auf einer Weide angezeigt und neugierig wie wir sind mussten wir uns die Sache ansehen. Uns erwartete eine traurige Geschichte:

"Wanderer beuge dein Knie

und bete ein Vaterunser

für die arme kleine

Anni Scharringhausen.

Sie starb am 23. Juli 1927

7 3/4 Jahre alt

durch Mörderhand"


Hier wurde laut den Zeitungsberichten aus jeder Zeit, die Leiya gefunden hat¹ vor 94 Jahren ein kleines Mädchen missbraucht und ermordet. Ihren Mörder hat man einen guten Monat später gefasst. Er hat die Todesstrafe bekommen.

Es ist schon sehr bedrückend in einem Wäldchen zu stehen und eine solche Gedenktafel zu lesen. Da kommt man schnell ins Grübeln. Möge die kleine Anni in Frieden ruhen.

Dann ging es weiter und wir fanden noch etwas Interessantes: Hier sind wieder Hügel im Wald. Genau wie vor drei Wochen. Hier sind wohl wieder eisenzeitliche Grabhügel! Auch wenn Celle als Ort erst im 10. Jahrhundert Erwähnung findet, haben hier in der Gegend offenbar schon vor über 2500 Jahren genug Menschen gelebt, dass man hier Überreste ihres Lebens findet.


Und damit verabschiede ich mich erst einmal wieder. Ich werde Leiya in den Hintern treten, dass wir nächstes Mal irgendwo hin gehen oder fahren, wo es nur schön ist! Nur Natur oder so.

Bis dahin macht es gut.

Hochachtungsvoll: Euer Florin der Teddy. In Bäumen sitzt es sich gut!



Kommentare


bottom of page