Woche 04 - Tiefental und Misselhorner Heide
- Leiya
- 25. Jan. 2021
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 8. März 2021
Hallöchen ihr Lieben! Hier ist wieder Florin, der Teddy!

Viele Grüße aus meinem Rucksack. Hier sitze ich immer drin, wenn ich mit Leiya unterwegs bin. Zusammen mit ihrem Trinken, einem kleinen Stativ und (nicht auf dem Bild) einer dünnen Sitzmatte, auf die Leiya sich kniet, wenn sie vom Boden aus fotografiert. Oder ich sitze drauf, wenn der Boden matschig ist.
Jetzt kommen wir aber erst einmal zur unserer Tour von letzter Woche. Wir waren in der Lüneburger Heide. Das erste Mal dieses Jahr. Da die Heide hier quasi vor der Haustür liegt, werde ich im Laufe des Jahres noch ganz viel Interessantes über diese Landschaft berichten.
Aber wo genau waren wir denn überhaupt? Hier: (Kartenmaterial von Komoot)

Das Tiefental und Misselhorner Heide. Der nächstgrößere Ort ist Hermannsburg westlich des gezeigten Kartenausschnitts. Wir sind der blauen Route gefolgt.
7,43km 1Std 50Min 4,1km/h
Und das erste tolle Bild hatten wir gleich bei der Ankunft. Eine Herde Heidschnucken!

Die Heidschnucken sind die Gärtner der Heide. Ohne sie würde sie ganz schnell zuwachsen, denn die Heide ist eine Kulturlandschaft. Und auf die Geschichte dieses Landschaft will ich mich heute konzentrieren.
Es ist noch Winter, daher ist die Heidefläche braun. Im Spätsommer wird die ganze braune Bodendecke lila blühen! Ich freue mich drauf, das zu erleben. Jetzt müssen wir mit der Winterversion leben.

Hier sieht man noch einmal die Schnucken im Hintergrund.
Wie gesagt, die Heide ist eine Kulturlandschaft. Würde man der Natur freie Hand lassen, würde sie ganz schnell mit Büschen und Bäumen zuwachsen. Als Leiya vor vielen Jahen mal im Salzmuseum in Lüneburg war, hat man erzählt, die Heide sei entstanden, weil man in Lüneburg das Holz für die Salzgewinnung gebraucht hatte. Das lässt sich jedoch nicht belegen.
Sicher ist, dass die Grundlage der Heide in der letzten Eiszeit entstanden ist: Das Eis hat auf dem Weg nach Süden Steine mitgenommen, die zu Sand zermahlen wurden. Das Eis schmolz, der Sand blieb zurück. Und mit ihm eine karge, nährstoffarme Landschaft zwischen Elbe und Aller.

Hier haben wir den Blick auf das Tiefental, einen Einschnitt in der Heidelandschaft. Auch hier werde ich später mehr zu sagen. Jetzt nur so viel: Das Tal ist in der Eiszeit auf natürlichem Wege entstanden.
Aber kommen wir zurück zur Geschichte der Heide: Die Steinzeitmenschen der Gegend wurden vergleichsweise früh sesshaft und mussten sehen, wie man dem kargen Boden Ackerflächen für Getreide abgewinnen konnte. Der Wald, der sich nach der Eiszeit gebildet hatte, verschwand durch die Weidetiere der Menschen in der Jungsteinzeit. Stattdessen siedelte sich die Besenheide an.

Heidespiegelung in einer Pfütze.
Die Menschen der so genannten Heidebauernwirtschaft hatten kleine Äcker um ihre Siedlungen herum. Die weite Heide wurde von den Heidschnucken beweidet. Die Schafe waren in der Zeit sehr wichtig. Sie lieferten Fleisch als Nahrung und Wolle für Kleidung. Aber auch etwas anderes war wichtig: Die Hinterlassenschaften der Schnucken dienten als Dünger für die Felder.
Dazu wurde die obere Schicht des Heidebodens abgetragen (plaggen) und in den Schafställen als Streu verwendet. Zusammen mit den Ausscheidungen der Tiere wurde er dann auf die Felder gebracht, wo man die nächsten Jahre Getreide anbauen konnte.
Das Ende dieser Zeit kam durch die Erfindung des Kunstdüngers.

Seitdem wurden diese weiten Flächen nicht mehr gebraucht und große Teile wurden aufgeforstet. Zum Glück erkannte man aber auch den touristischen Wert der Landschaft, sodass zumindest Teile davon bis heute offen gehalten werden.
Auf die Kiefernwälder der Gegend werde ich auch ein anderes Mal genauer eingehen. Für heute habe ich denke ich genug geredet.
Hier oben seht ihr noch eine weitere typische Heidepflanze: Die Preiselbeere oder Krohnsbeere, die in Bodennähe wächst. Selbst jetzt im Winter sieht man noch Früchte an den Pflanzen.

Es war ein herrlich sonniger Tag, als wir da waren. Da war auch mal ein Päuschen drin. Nach dem Ausflug waren wir wieder beide erschöpft von so viel Wissenswertem. Und es ist klar, dass wir noch häufiger Heideflächen aufsuchen werden und auch hier werden wir noch einmal herkommen.
Und hiermit empfehle ich mich für diese Woche und wüsche euch eine schöne Zeit.
Hochachtungsvoll
Florin, der Teddy.




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