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Woche 14 - Frohe Ostern in Celle Hehlentor!

  • Leiya
  • 5. Apr. 2021
  • 4 Min. Lesezeit

Hallöchen! Hier ist Florin der Osterteddy. Ich hoffe, ihr hattet alle ein schönes Osterfest und reich gefüllte Osternester!

Ich sagte doch, Leiya hat manchmal komische Ideen... Ich bin froh, wenn sie mir die Ohrringe wieder abnimmt. Aber gut, es ist Ostern, da mach ich das mal mit.

Wir waren wieder unterwegs. Dieses Mal mag ich euch unseren Heimatstadtteil vorstellen: Celle - Hehlentor (Kartenmaterial heute mal aus Gründen von komoot.de)

6,96km 1 Std 32 Min 4,5 km/h


Beobachtete Tiere:

- 1 Eichhörnchen

- Viele Ringeltauben

- Einige Amseln

- und die üblichen Stadtvögel


Das Hehlentor liegt direkt nördlich der Innenstadt. Der Name? Er stammt von dem ehemaligen Stadttor, das sich im Mittelalter hier befand, nicht weit südlich der Aller. Eine Brücke über die Aller wurde bereits 1325 erwähnt. Straßen aus Bremen und Lüneburg trafen hier zusammen, was Celle zu einer Art Knotenpunkt machte. Auf der Karte seht ihr ja die "Lüneburder Heerstraße" in Richtung Nordosten und im Westen den Bremer Weg.

Ostereier haben wir einige gesehen auf unserem Weg. Hier in Europa gehört das Ei zu Ostern wie Sand zum Meer. Wieso? Es ist ein Zeichen für Leben. Es kommt ja Leben aus ihm heraus. Und Ostern ist ein christliches Fest, an dem das Leben gefeiert wird. Der Heiland ist gestorben und wieder auferstanden. Er hat gezeigt, dass das Leben nicht unbedingt mit dem Tod zu Ende ist.

Und einige Elemente des Osterfests, wie die Eier haben ihren Ursprung in heidnischen Frühlingsfesten. Im Frühling kehrt schließlich das Leben zurück in die Natur.

Eine Kirschblüte. Zerbrechlich. In Japan ist auch sie ein Zeichen für das neu erwachende Leben. Ich finde sie einfach schön! Sie ist pink, wie die Blüten auf meinem Halstuch! Es gibt die Blüten aber auch in Weiß je nach Art der Kirsche. Aber ich finde die hier besonders schön.

Der hier gehört in Deutschland auch zu Ostern dazu. Der Osterhase. Der wurde das erste Mal im Jahr 1682 erwähnt - von einem Heidelberger Medizinprofessor im Übrigen. Richtigen Aufschwung bekam der Osterhase aber erst im 19. Jahrhundert, als durch günstigeren Zucker erschwingliche Schokoladenhasen hergestellt werden konnten.

Zurück zu userem Ortsteil. Ostern wird das Leben gefeiert. Zum Leben gehört aber auch der Tod. Darum haben wir hier einen Friedhof. In diesem Fall einen, den man nicht betreten kann: Den jüdische Friedhof, inzwischen ein geschütztes Kulturdenkmal. Der Friedhof wurde bis 1953 belegt und die 288 Grabsteine befinden sich auf einer Sanddüne. Der älteste Grabstein hier stammt aus dem Jahr 1705. Ich schätze der Ort kann nicht frei betreten werden, weil er aus Judenhass mehrfach geschändet wurde. Ich verstehe nicht, wieso Menschen andere Menschen ausgrenzen, angreifen und töten, nur weil sie etwas anders sind.

Die hier haben ihr Fest verpasst. Das sind Christrosen und man verbindet sie eher mit Weihnachten!

Typische Häuser mit recht spitzen Dächern, die sich steil über das erste Geschoss erstrecken. Leiyas Oma hat in einem solchen Haus in einem anderen Stadtteil gewoht, ihre Mutter ist da aufgewachsen.

Das hier darf in kaum einem Ort fehlen. In Wedesbüttel hatten wir auch so einen gesehen: Ein Wasserturm, einst wichtig für die Versorgung der Stadt mit frischem Wasser. Der Celler Wasserturm steht an der höchsten Stelle in der Stadt. Natürlich, denn anders hat man einst keinen Druck auf die noch neue Erfindung der Wasserleitungen für jedes Haus gekriegt, als durch Gefälle. Heutzutage läuft das glaub ich etwas anders.

Der Gewerbepark Spinnhütte. Heute finden sich dort verschiedenste Unternehmen, wie eines für Diamantwerkzeuge oder ein Fitnesstudio. Früher wurde dort aber tatsächlich gesponnen! Das Graffiti zeigt einen Seidenspinner, der aus seinem Kokon schlüpft um Maulbeerblätter zu fressen. Seide ist nichts anderes, als der Faden des Kokons dieser Mottenart. Leiya kann euch mehr erzählen, wie genau Seide gewonnen wird. Die Spinnhütte war bis in die späten 1990er der größte Arbeitgeber der Stadt. Aber es ist einfach zu teuer geworden, hier Seide zu produzieren. In asiatischen Ländern geht das wesentlich günstiger.

Ich habe das Gefühl, die Celler vermischen die großen Christlichen Feste gern, oder? Wieso sonst hängen hier Ostereier an einem Weihnachtsbaum?

Nach den Eiern ein weiterer Friedhof: Der Stadtfriedhof. Eine sehr schön angelegte Anlage mit viel Grün und Urnengräbern unter Kletterrosen. Auch diesen Friedhof haben wir hier nicht betreten. Hier ist der Blick auf eine Kriegsgräberstätte zum Gedenken an Gefallene aus dem zweiten Weltkrieg. Glaube ich. Ich war nicht dabei, als Leiya sich das mal angesehen hatte.

Das hier ist nicht die Allerbrücke von 1325. Sondern die so genannte Pfennigbrücke, eine Fußgängerbrücke. Wieso die so heißt? Einst musste man hier einen Wegezoll von einem Pfennig bezahlen, um sie zu passieren. Gut, dass diese Zölle inzwischen abgeschafft sind. Am Ende hat Leiya nicht genug Geld zum Essen übrig und ich müsste verhungern!!

Ich glaube echt, die Celler und Cellenser mögen Weihnachten etwas mehr als Ostern. Oder es wurde einfach vergessen, diesen Baum hier zu plündern. Weihnachtskugeln sollen nämlich eigentlich eher an Äpfel erinnern und nicht an Eier... Jedenfalls ist dieses Nadelgehölz hier noch schön festlich geschmmückt.

Und damit sind wir fast am Ende unseres Ausflugs in die nahe Umgebung.

Wir haben viel Leben gesehen, aber der Tod gehört dazu, damit auch wieder neues Leben entstehen kann, darum verabschiede ich mich vom Hehlentorfriedhof in einem Beet aus blauen Scillas. Der Friedhof wurde um 1535 aus Platzgründen außerhalb der Stadtmauern geschaffen. Die letzte Beisetzung fand hier 1919 statt. Seitdem wird der Stadtfriedhof genutzt.

Aber ich will nicht so sehr über das Ende nachdenken. Leiya und ich fangen gerade erst richtig an! Daher verabschiede ich mich für diese Woche.


Hochachtungsvoll

Florin, der Teddy, fühlt sich auf einem Schoß sehr wohl. Besser wärs, wenn noch ein Kopf dran wär.

 
 
 

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